äußerer Reichtum

Der schmale Grat des äußeren Reichtums

Unserer Welt hat sich in den letzten 100 Jahren sehr stark verändert. Geblieben ist, was bereits Mittelalter an Wertvorstellungen gegolten hat. Was man hat muss man auch zeigen der äußere Reichtum wurde bereits damals dazu genutzt, zu zeigen wer man ist.

Auch heute in unsere Konsumgesellschaft ist der äußere Reichtum wichtiger als alles andere. Äußerer Reichtum beginnt mit der Kleidung, über das Handy bis hin zu Auto, Hund und Haus. All diese Dinge zählen zum äußeren Reichtum, zum Materialismus und dienen der heutigen Gesellschaft dazu, festzustellen wer jemand ist. Wer wenig Wert auf äußeren Reichtum legt, der ist bald in der heutigen Gesellschaft unten durch und gilt bestenfalls als verschrobenen und eigenwillig. Doch viel häufiger wird mangelnder äußerer Reichtum als ein Zeichen von Armut gewertet. So könnte auch in der heutigen Gesellschaft ein Multimillionär, der auf den äußeren Reichtum verzichtet, als Obdachloser angesehen und behandelt werden.

äußerer ReichtumVergeblich versucht man dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem man immer wieder Predigt, das äußerer Reichtum und Materialismus nicht anders sei und die inneren Werte zählen würden. Doch dank der Konsumgesellschaft wird es noch viele Jahre dauern, bis der innere Reichtum wichtiger wird als äußerer Reichtum. Man muss nur in die Kindergärten und Schulen schauen um zu sehen, dass auch dort bereits äußerer Reichtum mehr zählt als die inneren Werte. Ohne entsprechende Markenkleidung oder teurem Handy als Zeichen für den eigenen äußeren Reichtum sind die Kids bald bei ihren Altersgenossen und durch. Auch später sind die Zeichen des äußeren Reichtums oft wichtiger als zum Beispiel die Qualifikation. So hat ein Bewerber mit einem Markenanzug mit mittelmäßigen Qualifikationen häufig mehr Chancen im Vorstellungsgespräch als jemand, der mit Jeans und T-Shirt zum Vorstellungsgespräch erscheint. Auch hier ist der zur Schau gestellte äußere Reichtum oftmals wichtiger, als das Know-how des einzelnen.
Äußerer Reichtum nimmt in unserer Gesellschaft einen sehr großen Raum ein, und verhindert oftmals das Entstehen von Freundschaften oder eines Arbeitsverhältnisses allein dadurch, weil die Menschen über den äußeren Reichtum definiert werden.

Gerade darin liegen die Tücken des äußeren Reichtums. Äußerer Reichtum erfordert eine gewisse Menge an Geld, um ihn zu finanzieren. Die Aufmerksamkeit der Menschen auf das offensichtliche des äußeren Reichtums verhindert oftmals, dass sozial schwächere, die über weniger finanzielle Mittel verfügen ihren Fähigkeiten entsprechend nach oben kommen können. Damit heute jemand, ohne dass äußerer Reichtum vorliegt, in der Gesellschaft eine angesehene Position erreichen kann muss er doppelt und dreimal so viel Leistung erbringen, als jemand, der viel Wert auf äußeren Reichtum legt.

Wer für sich die Werte ändern möchte, der muss nicht nur weniger Wert auf äußeren Reichtum legen, sondern auch sehr darauf achten andere nicht mehr nach ihrem äußeren Reichtum zu beurteilen. Da äußerer Reichtum jedoch etwas ist, das offensichtlich scheint bedeutet dies umgekehrt, dass man sein Urteil über einen Menschen erst nach genauem näherem Kennenlernen fällen darf.
Letzten Endes gilt es einen Weg zu finden, bei dem äußerer Reichtum keine zentrale Rolle mehr spielt, ohne jedoch gänzlich darauf zu verzichten. Dies kann im Kleinen bereits beim Einkauf günstigerer, aber gleichwertiger Waren erfolgen. So kann jeder in Teilen auf äußeren Reichtum verzichten, und damit allmählich auch Einfluss auf diese Wertvorstellungen der Gesellschaft nehmen.